Einladung an Daniel Buren. Plantations: Arbeiten in situ, 2026

Diesen Sommer lädt das Musée des Impressionnismes in Giverny Daniel Buren ein, die Räumlichkeiten des Museums zu gestalten. Dieser 1938 geborene französische zeitgenössische Künstler verwendet seit 60 Jahren ein unverwechselbares visuelles Stilmittel: Abwechselnd weiße und farbige, 8,7 cm breite vertikale Streifen, die zu einem Markenzeichen seines Werks geworden sind. Sie ermöglichen es ihm, einen Ort, eine Architektur oder eine Landschaft zu hinterfragen und zu erschließen – und zwar in Werken, die stets in situ entstehen. Seine Arbeiten, die weltweit im öffentlichen Raum und in Kunststätten installiert sind, spielen mit Blickwinkeln, Farbe, Raum, Licht und Bewegung.

Mit Plantations: Arbeiten in-situ, präsentiert Daniel Buren eine bisher unveröffentlichte Installation, die sich über die Gärten bis zum Inneren des Museums erstreckt und so einen Dialog zwischen der Umgebung von Giverny und den Werken der Museumssammlung herstellt. Ein Jahrhundert nach dem Tod von Claude Monet führt der Künstler bestimmte grundlegende Ideen der impressionistischen Maler fort, die sich für die wechselnden Wirkungen von Farbe und Licht in der Natur interessierten. Doch während Monet und Caillebotte das Schimmern des Wassers, der Landschaften oder des Himmels malten, verortet Buren seine Werke in genau jenem Raum, in dem wir uns bewegen. So macht er die Wahrnehmung zu einem sich wandelnden und stets neuen Phänomen.

Sammlungen

In der zweiten Hälfte des 19.. Jahrhunderts erlebt die Landschaftsmalerei einen neuen Aufschwung. Die jüngeren Künstlergenerationen verlassen das Atelier und malen nun vor Ort, ganz nah an der Natur. Als bedeutende Vertreter dieser neuen Malweise und dieser neuen Sensibilität widmen sich die Impressionisten der Freilichtmalerei und den Landschaften, die sie mit lebhaften Pinselstrichen und leuchtenden Farben wiedergeben. 

Die Natur von Giverny fasziniert sie.Blanche Hoschedé-Monet, die Schwiegertochter von Claude Monet, taucht in die Gärten des Künstlers ein. Ebenso entdecken junge amerikanische Maler wie Theodore Earl Butler und John Leslie Breck, die auf der Suche nach Landschaften sind, die sie vor Ort festhalten wollen, das Dorf und malen an der Seite des Meisters des Impressionismus. 

Als Maler der Farben und des wechselnden Lichts widmen sich die Impressionisten insbesondere der Darstellung des Himmels und der Verwischung von Motiven auf der Wasseroberfläche. So räumen Theodore Earl Butler und Théodore de Broutelles dem Wasser und dem Himmel im Bildraum jeweils den gleichen Platz ein. Geheimnisvolle Spiegelungen lassen dabei diese beiden Elemente miteinander verschmelzen. Was Eugène Boudin, den „König der Himmel“ (Baudelaire), betrifft, so legt er die Horizontlinie sehr tief an und räumt atmosphärischen Effekten sowie den Bewegungen der Wolken einen zentralen Platz ein.

Claude Monet hingegen wählt eine sehr radikale Rahmung, die immer    weiter in Richtung Moderne weist. In Seerosen mit Weidenzweigen, einem Spätwerk, fehlt diesmal die Horizontlinie. Sein Teich, der stark von den japanischen Holzschnitten inspiriert ist, die er leidenschaftlich sammelt, erstreckt sich über die gesamte Komposition.

Das Licht, vergänglich und flüchtig, ist eines der zentralen Motive für Naturmaler, die vom Strahlen der Sonne und ihren Effekten auf die Landschaft fasziniert sind. Einige Künstler, die in die Fußstapfen von Claude Monet treten, untersuchen im Rahmen von Serien ein und dasselbe Motiv bei verschiedenen Lichtverhältnissen, wie beispielsweise der amerikanische Maler William Samuel Horton. Das Eintauchen in die Natur ist somit der gemeinsame Weg der Künstler auf der Suche nach vergänglichen Motiven. Doch was bleibt von der Landschaft übrig, wenn man die Farbe weglässt? Insbesondere in Monets Garten, der für seine Blumenbeete bekannt ist. Die Schwarz-Weiß-Fotografien von Künstlern wie Henri Foucault, Olivier Mériel oder Jean Gaumy offenbaren uns eine andere Schönheit dieser Orte – eine Schönheit der Linien, Perspektiven, Texturen und Kontraste.

See more about the exhibition :
Invitation to Daniel Buren, « Plantations »: « in situ » works, 2026 / Collections